
Die Bewältigung der Komplexität der Integration in Unternehmen nach Fusionen.
Von Max Kryvoshlyk
Forbes Councils Mitglied
24. Okt. 2024, 07:30 Uhr EDT
Max Kryvoshlyk ist Gründer und CEO von FlexMade, einem führenden Unternehmen in der kundenspezifischen Softwareentwicklung.
Mit 18 Jahren Erfahrung in der Führung eines Softwareentwicklungsunternehmens habe ich mit Kunden aus verschiedenen Branchen zusammengearbeitet, darunter Einzelhandel, Telekommunikation und Online-Medien. Fusionen und Übernahmen sind gängige Wachstumsstrategien in diesen Bereichen. Obwohl diese Geschäfte ein immenses Wachstumspotenzial bieten, haben sie oft versteckte Kosten.
Eine der hartnäckigsten und am meisten übersehenen Herausforderungen ist die Integration von Systemen und Prozessen in neu fusionierten Unternehmen. In der Theorie sollte die Fusion zweier Unternehmen Effizienzsteigerungen bringen, aber in der Praxis wird dies oft durch fragmentierte Systeme behindert, die lange nach Abschluss des Geschäfts noch vorhanden sind.
1. Das Problem mit fragmentierten Systemen
Nach einer Akquisition konzentrieren sich Unternehmen oft auf das Rebranding, die Angleichung der Marketingstrategien und die Bekanntgabe der Fusion an Kunden und Aktionäre. Was jedoch weniger betont wird, ist das, was intern geschieht. Es ist üblich, dass die externe Marke vereinheitlicht wird, während interne Prozesse und Altsysteme fragmentiert bleiben. Dies kann dazu führen, dass verschiedene Teile des Unternehmens in Silos arbeiten und inkompatible Tools verwenden, die nicht effektiv miteinander kommunizieren.
Ich bin dieser Herausforderung schon mehrmals bei der Arbeit mit großen Organisationen begegnet. Nachdem wir maßgeschneiderte Softwarelösungen für eine Abteilung entwickelt hatten, stellten wir fest, dass der Erfolg in anderen Unternehmensbereichen nicht wiederholt werden konnte, da diese mit völlig anderen Systemen arbeiteten. Was eine unternehmensweite Verbesserung hätte sein können, wurde durch inkompatible Infrastruktur begrenzt.
2. Warum Unternehmen sich gegen Integration sträuben.
Es gibt mehrere Gründe, warum Unternehmen zögern, ihre Systeme nach einer Akquisition vollständig zu integrieren:
Risikominderung: Viele Unternehmen befürchten, dass die Umstellung auf neue Systeme den laufenden Betrieb stören könnte. Sie sind der Meinung, dass Legacy-Systeme, obwohl veraltet, eine sicherere Option für die Aufrechterhaltung darstellen; schließlich waren sie über die Jahre zuverlässig.
Kultureller Widerstand: Übernommene Unternehmen haben in der Regel ihre eigenen etablierten Kulturen und Arbeitsabläufe. Die Einführung eines standardisierten Systems in einem neu fusionierten Unternehmen kann zu Widerstand führen. Menschen stehen Veränderungen im Allgemeinen skeptisch gegenüber, insbesondere wenn sie sich auf die Art und Weise auswirken, wie sie schon immer gearbeitet haben.
Kostengründe: Die Integration eines neuen, einheitlichen Systems ist in Bezug auf Kosten und Ressourcen teuer. Viele Unternehmen zögern, in diese Reise zu investieren, insbesondere wenn die unmittelbaren Vorteile nicht immer klar sind.
3. Die Folgen der Fragmentierung
Wenn Unternehmen ihre Systeme nicht konsolidieren, kann dies zu einem Flickenteppich aus Arbeitsabläufen und Technologien führen, die schwer zu verwalten sind. Diese Fragmentierung kann zu Ineffizienzen, erhöhten Betriebskosten und verpassten Synergiemöglichkeiten führen. Mitarbeiter haben möglicherweise mit inkonsistenten Prozessen zu kämpfen, was zu einer sinkenden Produktivität und Moral führt. Darüber hinaus kann der Mangel an Integration die Fähigkeit des Unternehmens beeinträchtigen, effektiv zu skalieren und sich an Marktveränderungen anzupassen.

4. Die Argumente für Integration
Die Integration von Systemen und Prozessen nach der Fusion ist entscheidend, um das volle Potenzial der Akquisition auszuschöpfen. Ein einheitlicher Ansatz kann die betriebliche Effizienz steigern, die Datengenauigkeit verbessern und eine bessere Kommunikation zwischen den Abteilungen fördern. Er ermöglicht es dem Unternehmen, kombinierte Stärken zu nutzen, Arbeitsabläufe zu rationalisieren und sowohl Kunden als auch Mitarbeitern ein einheitliches Erlebnis zu bieten. Letztendlich legt eine durchdachte Integration den Grundstein für nachhaltiges Wachstum und Innovation.
5. Wie man an die Integration herangeht.
Um eine Post-Merger-Integration effektiv zu gestalten, sollten Unternehmen:
- Eine gründliche Bewertung der bestehenden Systeme und Prozesse durchführen, um Redundanzen und Verbesserungspotenziale zu identifizieren.
- Stakeholder aus beiden Organisationen einbeziehen, um Akzeptanz zu gewährleisten und kulturelle Unterschiede anzugehen.
- Einen klaren Integrationsfahrplan mit definierten Zielen, Zeitplänen und Verantwortlichkeiten entwickeln.
- In Change Management investieren, um Mitarbeiter während des Übergangs zu unterstützen und Widerstände zu minimieren.
- Den Fortschritt überwachen und Strategien bei Bedarf anpassen, um Herausforderungen zu bewältigen und Chancen zu nutzen.
6. Abschließende Gedanken
Die Post-Merger-Integration ist ein komplexer, aber wesentlicher Prozess, um die gewünschten Ergebnisse einer Akquisition zu erzielen. Durch die Priorisierung der System- und Prozessangleichung können Unternehmen Effizienzsteigerungen erzielen, Innovationen vorantreiben und sich für langfristigen Erfolg positionieren. Obwohl Herausforderungen unvermeidlich sind, kann ein strategischer und integrativer Ansatz zur Integration potenzielle Hindernisse in Wachstumschancen verwandeln.
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